KIRCHEN UND KINO IM OSCAR

Das Projekt Filmtip Kirchen und Kino:

Ein Verhältnis zwischen heftiger Ablehnung und gesuchter Nähe. Dabei sind die Berührungspunkte größer als angenommen, denn zentrale Momente eines jeden Lebens: Liebe, Hoffnung, Treue, Hingabe, Vertrauen, Leiden, Sterben, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Lebens- und Liebessehnsucht sind die Themen des Films, zugleich aber auch Kernthemen christlichen Glaubens. Gründe genug, dass die Christen und der künstlerisch autonome Film sich gegenseitig wahrnehmen und ihr jeweils eigenes Wissen, wie denn Leben gelingen könnte, ins Gespräch bringen.

Kirchen + Kino. Der Filmtipp, ein ökumenisches Projekt, präsentiert Filme, die von der evangelischen und katholischen Filmarbeit in Deutschland und der Schweiz als Film des Monats bzw. als Kinotipp der katholischen Filmkritik hervorgehoben wurden. Es sind überzeugende Filme, die unabhängig von ihrer jeweiligen geistigen Beheimatung die Sehnsucht nach dem Anderen, nach einem ›Mehr des Lebens‹,
aufrecht erhalten.

Der Filmtipp zeigt gelungene Filme verschiedener Genres.

Der Filmtipp möchte anregen zum genauen Hinsehen und Lust am Sehen vermitteln, aufklären und zugleich pures Kinovergnügen bereiten.

Lassen Sie sich ein auf die Welt und die Welt des Kinos.

 

 

"Holy Spider" am 03.03.24 um 18:00 Uhr

Im Zentrum dieses düsteren und expliziten Thrillers steht eine Journalistin, die in die iranische Pilgerstadt Maschhad reist, um über einen Serienkiller zu berichten. Basierend auf dem realen Fall des »Spinnenmörders«, der im Iran Anfang der 2000er Jahre 16 Sexarbeiterinnen ermordete, erzählt Ali Abbasi eindringlich von einer von Bigotterie und Misogynie zerfressenen Gesellschaft. D 2022


In der iranischen Pilgerstadt Maschhad tötet ein Serienmörder Prostituierte. In anonymen Anrufen bezeichnet er sich als »Heiligen Krieger«, der dazu bestimmt sei, die Stadt von Unrat und Laster zu befreien. Als eine Journalistin in den Ort reist, um über den Fall zu berichten, stößt sie auf frauenfeindliche Ressentiments und sieht sich in ihrer Arbeit massiv behindert. Der gesellschaftskritische, düstere Thriller basiert auf einer wahren Mordserie und zeichnet von Anfang an auch das Bild einer gespaltenen, korrupten, misogynen Gesellschaft. Als mehrstimmige Collage  legt der Film seine Frauenfiguren als vielschichtige Charaktere an, die Opfer eines menschenverachtenden Systems werden. Und auch der Mörder bleibt keine eindimensionale Figur. Sehenswert ab 16.

"Nicht ganz koscher – Eine göttliche Komödie" am 07.04.24 um 18:00 Uhr

In diesem Roadmovie stranden ein orthodoxer Jude auf der Flucht vor seiner Zwangsverheiratung und ein arabischer Beduine in der Wüste Sinai. Schnell ist ihnen klar, dass es nur gemeinsam weitergeht. Eine Ode an die Menschlichkeit mit feinem Witz, die beiläufig politisch-religiöse Konflikte auf einer metaphorisch-märchenhaften Ebene verhandelt.
 

Um den Verkuppelungsversuchen seiner Familie zu entgehen, nimmt ein etwas weltfremder orthodoxer Jude aus Brooklyn dankbar das Angebot an, der jüdischen Gemeinde in Alexandria zu Hilfe zu kommen und als zehnter Mann zur Feier des Pessachfestes einzuspringen. Doch schon bei der Anreise strandet er in der Wüste Sinai und wird von einem Beduinen gerettet, mit dem er sich bald auf einer Odyssee befindet, in deren Verlauf die kulturellen Differenzen der beiden allmählich aufweichen. Märchenhafte Komödie, die sich Schritt für Schritt zur Ode an die Möglichkeit einer Verständigung entwickelt. Ohne das Minenfeld der Vorurteile auszublenden, stellt der Film mit leisem Humor das Menschliche der Figuren ins Zentrum. 

"Roter Himmel" am 05.05.24 um 18:00 uhr

Vier junge Menschen verbringen den Sommerurlaub in einem Ferienhaus an der Ostsee. In ihrer Sehnsucht nach Freiheit und beruflicher Selbstverwirklichung nehmen sie nicht wahr, wie eine nahende Katastrophe die sommerliche Idylle zerstören könnte. Auf der Berlinale 2023 mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet, gelingt Christian Petzold das zeitgemäße Porträt einer um die eigenen Befindlichkeiten kreisenden Generation. D 2022

 

Zwei Freunde wollen den Hitzesommer 2022 in einem Ferienhaus an der Ostsee verbringen. Was für den jungen Schriftsteller als Arbeitsurlaub geplant ist, bekommt durch seinen ebenfalls künstlerisch ambitionierten, aber erlebnishungrigen Freund eine unerwartete Mitmieterin und deren Urlaubsflirt eine andere Wendung. Überdies wird ein Waldbrand zunehmend zur Bedrohung, welche die sommerlich-heitere Erzählung mehr und mehr ins Dramatische umschlagen lässt. Bei aller Leichtigkeit gelingt Christian Petzold das Porträt eines Milieus, das sich in seinen Suchbewegungen vor allem um sich selbst dreht, während die Welt buchstäblich in Flammen steht.